Dissertationen Uni Wien Germanistik Heidelberg

Matthias Meyer (* 9. Dezember1959 in Hannover) ist ein deutscherLiteraturwissenschaftler und Mediävist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Germanistik, Slawistik sowie Mittlerer und Neuerer Geschichte an der Universität Heidelberg und der Freien Universität Berlin (FU Berlin) war er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin und der Universität Bielefeld tätig und hatte danach eine Gastdozentur an der Universität Peking und Gastprofessuren an der Universität Wien sowie der FU Berlin inne. Seit 2007 lebt Meyer in Wien und arbeitet an der Universität Wien als Universitätsprofessor für Ältere deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung des Spätmittelalters unter Einbeziehung der frühen Neuzeit; ab 2010 war er Vizedekan und ist seit 2012 Dekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.[1]

Meyer ist seit deren Gründung Schatzmeister der Heimito von Doderer-Gesellschaft.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Verfügbarkeit der Fiktion. Interpretationen und poetologische Untersuchungen zum Artusroman und zur aventiurehaften Dietrichepik des 13. Jahrhunderts. Heidelberg 1994, ISBN 3-8253-0176-1 (= GRM-Beiheft 12; Druckfassung der Dissertation).
  • Aventiuren des Geschlechts. Modelle von Männlichkeit in der Literatur des 13. Jahrhunderts. (Hrsg. mit Martin Baisch, Hendrikje Haufe, Michael Mecklenburg, Andrea Sieber) Göttingen 2003, ISBN 3-89971-130-0.
  • Das Abenteuer der Genealogie. Vater-Sohn-Beziehungen im Mittelalter. (Hrsg. mit Johannes Keller, Michael Mecklenburg) Göttingen 2006, ISBN 3-89971-203-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ↑http://germanistik.univie.ac.at/personen/meyer-matthias/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Normdaten (Person): GND: 1018450793(PICA, AKS) | LCCN: n89653536 | VIAF: 55326613 | Wikipedia-Personensuche

 

Thema der Dissertation:

Die Österreichische Chronik von den 95 Herrschaften des Leopold von Wien. Institutionelle Geschichtskonstruktion im Dienste territorialer Politik

  

Thema der Dissertation:

Minnegaben in der mittelalterlichen Literatur des 12.-14. Jahrhunderts


Exposé:

Die Arbeit untersucht Minnegaben jeglicher Art, die in Texten des 12.-14. Jahrhunderts genannt werden. Angestrebt ist zum einen ein Überblick über die verschiedenen "Arten von Minnegaben": Hier gibt es ausgelobte Schönheitspreise oder auch Waffen als Schönheitspreise; den Herzenstausch; nützliche Zauberdinge aber auch Kleinodien bzw. Kleidungsstücke ohne Zauberkraft werden als Minnegaben vergeben, an Waffen befestigt; schließlich werden Menschen und Land als Minnegaben verschenkt. Zum anderen wird danach gefragt, was mit Minnegaben alles geschehen kann: So kommt es zu Umwandlungen und Wertveränderungen von Minnegaben (z.B. Jeschutes Spange im "Parzival"), zum Weiterverschenken (z.B. Gifletepisode im "Prosa-Lancelot") und zum Raub von Minnegaben (z.B. Morganes Intrige im "Prosa-Lancelot"), schließlich zu Rechtsstreitigkeiten (hierzu gehören gestohlene Schönheitspreise, wie zum Beispiel der Sperber im "Erec", das Pferd und der Papagei im "Wigalois") oder Unsicherheiten bezüglich der Rechtsverbindlichkeit von Minnegaben (z.B. am Beispiel von Gahmuret im "Parzival", der zwischen Herzeloyde und Ampflise steht).


Kontakt:

kathrinkittner@gmx.de   

 

Thema der Dissertation:
 

Spätmittelalterliche Minnedichtung im Kontext religiöser Kommunikation

 

Exposé:
 

Die Arbeit konzentriert sich auf Texte, die zwischengeschlechtliche Liebe thematisieren und dabei eine Spannung spüren lassen zwischen weltlichen und geistlichen Liebeskonzeptionen. Der höfische und der religiöse Liebesdiskurs scheint dabei in manchen Fällen nicht sonderlich gegeneinander ausdifferenziert, so dass Analogisierungen, Überlappungen oder Verwischungen (bis hin zu Gleichsetzungen) der Minnekonzeptionen zu beobachten sind. Dagegen spielen wiederum andere Texte aus dem gleichen Zeitraum (13. bis 15. Jhdt.) eine starke Dichotomie der Liebesentwürfe aus, es werden dezidiert Vorrangstellungen geltend gemacht oder mit Mitteln der Parodie oder Satire auf humoristische Art und Weise eingefordert. Das Feld der poetischen Verfahren ist recht weit, es reicht von oben genannten Darstellungsformen über Kontrafaktur, Zitate, Übernahme von Motiven und Strukturen aus anderen Erzähltraditionen und -kontexten (Profanisierung) über Anspielung, Konnotationen und andere intertextuellen Schreibweisen und erzielt dabei in vielen Fällen eine sakral überhöhte Legitimation weltlicher Liebesdichtung. Gerade im Zusammenhang mit der mittelalterlichen Hohelied-Exegese sowie mit dem Aufkommen mystischen Schrifttums wurden bereits häufig Austauschprozesse zwischen geistlicher und weltlicher Literatur bemerkt, wobei hier früher oft eine Einflussthese vom dominierenden religiösen Diskurs, der die weltliche Literatur bestimmt haben könnte, vorausgesetzt wurde.

Solche poetischen Verfahren wurden wiederholt an höfischen Romanen (Gottfried von Straßburg, Wolfram von Eschenbach) oder im Bereich der Lyrik (vgl. die einschlägigen Untersuchungen zur frouwe im Minnesang) beobachtet. Eine bisher relativ rudimentär erforschte Textsorte, die sog. Minnereden, bieten sich dagegen deshalb besonders gut als Forschungsgegenstand an, da sie verschiedene Erscheinungsformen weltlicher Liebe auf vielfältige Weise verhandeln. Diese meist anonym überlieferten Reimpaarreden von unterschiedlicher Länge bieten einen reichen Fundus an Möglichkeiten, über Liebe zu sprechen, wobei das Spektrum von der hyperbolischen Sakralisierung weltlicher Minne über die fast blasphemische Komisierung geistlicher Liebe bis hin zur Abwertung zwischengeschlechtlicher Erotik und erneuten Hinwendung zu Gott reicht.

Geplanter Abschluss:

Das Projekt soll nach Möglichkeit im Jahr 2012 abgeschlossen werden.

 

 Kontakt:

rebekka.rehbach@googlemail.com

 

  • Julia Rüthemann

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Prinzip ‚Personifikation‘. Visuelle
    Intelligenz und epistemische Tradition, 1300 – 1800“
     

     Thema der Dissertation:

    Personifikation, Poetik und Geschlecht in deutschen und französischen Texten des Mittelalters

     

    Exposé: 

    Wenn Frau Aventiure an das Herz der Erzählerfigur des Parzival klopft oder die personifizierte Natur den Körper der Protagonistin des altfranzösischen Roman de Silence modelliert, verweisen diese beiden Personifikationen möglicherweise auf das Dichten selbst.
     

    Die Autorität des Dichtens war vor allem männlichen Dichtern bzw. Erzählern vorbehalten – in langer Tradition der Autorität des göttlichen Wortes und der auctores. Wie aber steht ein dezidiert männlicher Erzähler zu solchen weiblichen Personifikationen, mit denen er in einen Dialog tritt bzw. die offensichtlich einen Zugriff auf seine Dichtung besitzen, und was geschieht, wenn eine Dichterin wie Christine de Pizan sie einsetzt?
     

    Anhand verschiedener mittelalterlicher Texte sollen die Gestaltung der Personifikationen und ihre Funktion für poetologische Selbstaussagen untersucht werden. Dabei interessiert, ob und inwiefern ein Zusammenhang von Dichtung, im weiteren Sinne Sprache, und Geschlecht besteht. Das Projekt fragt also mittels des Prinzips ‚Personifikation’ nach dem Verhältnis von Poetik und Geschlecht, Sprache und Körper. Es nimmt in einem komparatistischen Ansatz sowohl deutsche als auch französische Werke vor allem des 13. Jahrhunderts in den Blick.

     

    Kontakt:

    E-Mail: ruethemann@uni-heidelberg.de

    Homepage:  http://www.uni-heidelberg.de/transculturality/julia_ruethemann.html 

     

  • Marie-Luise Sessler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung: 01.07.2011

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